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nostromo
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Als Drache [lat. draco, griech. drákon „Drache“] werden echsenartige, meist geflügelte Mischwesen bezeichnet, die Mythologien und Märchen entstammen. Sie verbinden Schlangen-, Krokodil-, Löwen- sowie hörnertragende und feuerspeiende Eigenschaften in unterschiedlichen Variationen miteinander. Erzählungen von Drachen oder drachenartigen Wesen finden sich in fast allen Kulturkreisen der Erde.

Geschichten und Darstellungen von Drachen sind älter als das, was wir heute den westlichen Kulturkreis nennen. Das Bild der westlichen Drachen wird oft mit beeinflusst von Darstellungen aus Mesopotamien oder Ägypten. Auch das Drachenbild der nordischen Mythologie soll in der Begegnung mit der römischen Kultur von dieser beeinflusst sein.

In der Artussage erscheinen zwei Drachen, ein roter und ein weißer. Sie stellen die Energie der Erde und die Kraft des Lebens dar. Sie erscheinen in den Voraussagen von Merlin. Der keltische Drache steht für Führungsqualität und Reinheit. Allgemein sind Drachen das Symbol für die vom Menschen überwundenen Urmächte, aber auch nicht überwundene Urängste und Gefahren, die im Untergrund existierten, sowie dem Chaos.

Obwohl Menschen und Dinosaurier nicht gleichzeitig gelebt haben, sehen manche Mythenforscher Drachen und die Furcht vor Drachen als Ur-Instinkt und somit uralte Erinnerung an die Saurierzeit. Hinzu kommt, dass Knochenfunde ausgestorbener Riesensäuger und Dinosaurier beim Vergleich mit bekannten Tierarten bis ins 18. Jahrhundert Drachen zugeordnet wurden. Nach der Meinung einiger Forscher ist aus diesen real existierenden Fossilienfunden der Drachenmythos entstanden.

Gemäß Volkmar Enderlein im Führungsblatt Nr. ISL 2 des Pergamonmuseums 1994 stammt das erste Vorkommen des Drachenmotivs zusammen mit den Phönix aus Chinas Zeit der Streitenden Reiche [480–221 v.Chr.]. Drache und Phönix seien ursprünglich Symbol für das Kaiserpaar für Himmel und Erde gewesen. Dort begegnete das Symbol den China erobernden Mongolen, die es übernahmen und mit ihren weiteren Eroberungszügen in den Fernen und Nahen Osten brachten.

Für die Kunst Vorderasiens sei das Drachenmotiv eine Neuerung des 13. Jahrhunderts. Eines der ersten Beispiele für die Übernahme des Motivs findet sich auf einem tauschierten Metallbecken in Nordsyrien. Ab diesem Zeitpunkt findet sich das Motiv Drache und Phönix in stilisierter Form auf Teppichen. Demnach wäre durch das Drachenmotiv die Vorstellung von Ungeheuern aus dem europäischen Kulturkreis überlagert werden.

In der nachbiblischen Christentumsgeschichte, das heißt in der Geschichte der Kirche und der Heiligen, ist St. Georg besonders bekannt als Drachentöter für die Gute Sache. Er kämpfte gegen einen bösen Drachen, der eine Königstochter gefangen hielt, und befreite durch den Tod des Drachen nicht nur diese holde Jungfrau, sondern auch das ganze Volk von der Schmach, dem Drachen jeden Monat eine Jungfrau zu opfern.

Hildegard von Bingen schreibt in Physica, achtes Buch: „Mit Ausnahme seines Fettes ist nichts von seinem Fleische und den Knochen für Heilzwecke verwendbar ...“. Sie ging wohl von einer für die Jagd verfügbaren Drachenpopulation aus. Die christliche Drakontologie bezeichnet den Drachen als Allegorie des Teufels.

In Asien haben Drachen eine positivere Bedeutung. Hier gelten sie als weise, halbgöttliche Wesen, die Menschen beschützen und beschenken. Darunter sind auch Wasserdrachen, die mit Kräften des Wassers in Verbindung stehen. In China stehen Drachen zudem für Glück, männliche Potenz, und waren ein Zeichen des Kaisers. Jedoch sind gegen diese mehrheitlich positive Tendenz vereinzelt auch Drachentöter in China bekannt, die Drachen töten, weil sie für Unwetter oder ähnliches Übel sorgen.

Die meisten Schamanen aus den unterschiedlichsten Kulturen kennen aus ihren Visionen und außerkörperlichen Reisen Drachen. Der Anthropologe Michael Harner beschreibt eine Fülle von Drachen-Erlebnissen von Schamanen. Die Schamanen mancher Völker, z. B. der südamerikanischen Conibo, kennen zwar kein spezielles Wort für Drachen und beschreiben diese als „Riesenfledermäuse“. Die Detailbeschreibung der europäischen und asiatischen Drachen enthalten aber sehr viele Ähnlichkeiten.

Drachen als Fabelwesen erleben in der Fantasyliteratur und im Fantasy-[Rollenspiel] eine Renaissance. In dieser Literatur gibt es eine Unzahl von Drachen mit unterschiedlichen Stilelementen. Die traditionelle Bedeutung des Drachens in seiner jeweiligen Kultur geht häufig verloren oder wird phantastisch durchmischt. In der Fantasyliteratur werden Drachen nicht einheitlich als „gut" oder „böse" eingeordnet, eine solche Klassifizierung kann von Autor zu Autor sehr verschieden sein. Dies gilt analog auch für die verschiedenen Fantasy-Rollenspielsysteme.

In einigen [beispielsweise Dungeons and Dragons] nehmen Drachen auch beide Seiten ein, je nach Art des Drachens. In anderen [wie Gothic II] muss man die Drachen töten, um die Welt zu retten oder ein Unglück abzuwenden. Gemeinsam haben Drachen in Fantasy-Literatur und -Rollenspielsystemen meistens nur einige Eigenschaften wie Echsenähnlichkeit, Flugfähigkeit, Feueratem [oder ähnliche Fähigkeiten], Größe, Intelligenz und magische Begabung.

Als neueres Element zu den überlieferten Bedeutungsmöglichkeiten des Drachens tritt der niedliche Drache auf. Dabei werden Drachen als Stilmittel genutzt, um den guten Kern im Bösen oder äußerlich Gewaltigen darzustellen, beispielsweise in Form von niedlichen Kinderdrachen.

In der von Carl Gustav Jung [1875–1961] gegründeten Analytischen Psychologie gelten die in Träumen, Sagen, Mythen und Märchen auftretenden Drachen als Ausprägung des negativen Aspekts des sog. Mutterarchetyps. Während der Mutterarchetyp im Allgemeinen für die Vorstellung einer gebärenden und Schutz gewährenden Frau steht, symbolisiert nach C. G. Jung der Drache den Aspekt der zerstörenden und verschlingenden Mutter. Soweit der Drache erlegt werden muss, um die Hand einer Prinzessin o. ä. zu gewinnen, wird er teilweise auch als Form des Schattenarchetyps interpretiert, der die in der Prinzessin personifizierte Anima gefangen hält.

Der Schattenarchetyp steht für die negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge der Persönlichkeit, für jenen Teil des „Ich“, der wegen gesellschaftsfeindlicher Tendenzen in das Unbewusste abgeschoben wird. Die Anima, für Jung der „Archetyp des Lebens“ schlechthin, ist eine Qualität im Unbewussten des Mannes, eine „weibliche Seite“ in seinem psychischen Apparat. Nach dieser Ansicht symbolisiert der Drachenkampf also die Auseinandersetzung zwischen zwei Teilen der Persönlichkeit des Mannes.

Für die Entstehung des Mythos des Drachens gibt es eine Vielzahl an Theorien und Vermutungen. Beispielsweise könnte der Drache aufgrund von Reiseberichten über Tiere, die einen Drachen ähneln [z.B. Komodovaran oder Krokodil], in frühen Zeiten erdacht worden sein. Die gespaltene Zungen von Reptilien, die sie zur Ertastung nutzen, könnte den Anschein einer kleinen Flamme erweckt haben. Außerdem wäre es möglich, dass der Drache als Erklärung diente für Funde wie Fußspuren oder Skelette, die zu einen früherem Zeitpunkt nicht belegbar war. Einige Theoretiker halten es sogar für möglich, dass der Drache ein Reptil zu Zeiten der Dinosaurier gewesen sein könnte, der jedoch wissenschaftlich nicht begründet ist. Da jedoch nach Schätzungen von Experten bisher erst 4% aller Skelette gefunden wurden, ist diese These nicht auszuschließen.

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